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Schuldgefühle und wie sie entstehen

KANNST DU SCHLECHT NEIN SAGEN?

– SCHULD UND DARAUS RESULTIEREND SCHAM: WOHER KOMMT DAS?

Vielleicht gehörst du zu den Menschen, denen es super schwer fällt Nein zu sagen, ab zu sagen, oder ihre Wahrheit zu sprechen, wenn das zu einem Konflikt führen könnte. Es kann auch sein, dass du dich nach Treffen mit Freunden manchmal selbst anzweifelst. So oder so gehen diese Situationen mit zwei Gefühlen einher. Das eine ist vielen bewusst (nicht nein oder absagen aufgrund von Schuldgefühlen) das andere ist tiefer. Nicht performen zu können. Nicht liefern zu können. Weil das was ist nicht reicht. Schuld, oder das Gefühl von Schuld entsteht vor allem dann, wenn wir denken, wir hätten etwas getan oder gesagt, das gesellschaftlich nicht gewünscht ist. Okay, soweit klar. Und dann kommt das Gefühl, das uns komplett die Energie aussaugt: Scham. Auf Schuld folgt bei geringem Selbstwert sehr schnell die Scham – weil Schuld für uns gleichzeitig Ausschluss bedeutet. 

Schon ganz ganz früh lernen wir, was gut und was schlecht ist. Gut und schlecht liegt allerdings im Auge des Betrachters – wenn ein Vater seinen Sohn schlägt, weil er der Meinung ist, das ist wichtig und nötig, dann hält er sich für einen guten Vater. Oder wenn die Mutter super gestresst ist, weil sie von der Arbeit kommt, keine Sekunde mehr hat, um dem Kind zuzuhören, schreit und sich Ruhe wünscht, ist das für sie gut – weil sie gearbeitet hat und den Unterhalt sichert. Du siehst, gut und schlecht ist hier eine Sache der Perspektive. 

Als Kind können wir nicht beurteilen, ob unsere Eltern im Recht sind oder nicht. Und so werden wir sozialisert und getadelt, manchmal auch für etwas, das uns selbst nichts nutzt, aber unserer Gesellschaft in diesem Moment (unseren Eltern). Wir denken bis zum etwa 7. oder 8. Lebensjahr, dass alles was passiert, die Laune der Eltern, automatisch mit uns zu tun haben muss. Und so kann es sein, dass wir Situationen anders interpretieren als vom Umfeld beabsichtigt. Du redest zb gerne und viel, teilst dich gerne mit und dein Elternteil ist super genervt und sagt dir das auch so – wir verstehen nicht, dass das nichts mit uns zu tun hat. Wir spüren den Tadel, die Ablehnung und verinnerlichen das. Genauso wenn wir Nein sagen, nicht leisten, uns widersetzen und dafür getadelt werden. 

Das ist Sozialisierung = wir verinnerlichen, internalisieren diesen Tadel und ersetzen im Laufe des Lebens die Stimme der Eltern durch den inneren Kritiker im Kopf und beginnen uns selbst für Dinge zu tadeln = so auch für viel Reden beispielsweise.

Die externe Bestrafung wird durch Selbstregulation ersetzt, die auf den Glaubenssätzen der früheren Interpretationen und anerzogenen Werte und Normen basiert.

Jedesmal, wenn du einem dieser Glaubenssätze nicht entsprechen kannst, bestrafst du dich selbst durch Abwertung.
= dein innerer Kritiker
Und kommst so irgendwann an den Punkt, dass mit dir ja grundsätzlich etwas nicht stimmen kann – und die Scham betritt die Bühne.

Schuld bezieht sich auf eine Handlung, Scham bezieht sich direkt auf deinen Selbstwert.

Schuld resultiert aus Grundüberzeugungen aus der Sozialisierung, die wir als Kinder durchlebten. 

Und weil wir als Kinder bedingungslos glauben was uns beigebracht wird, denken wir, dass wir wirklich eine Strafe verdienen, wenn wir den Normen nicht entsprechen.

Besonders deutlich wird das, wenn ich mit Menschen über ihre Zukunft spreche. Ich hatte ein Gespräch mit jemandem, der sagte er wolle reich werden, einen Ferrari fahren, ein Unternehmen leiten. Und ich fragte näher nach: Wieso machst du es denn nicht? Und er kam mit 100 Gründen um die Ecke, bis ich irgendwann fragte: Glaubst du denn, dass du es verdienst reich zu sein? – Und seine Antwort war: Ich verdiene gar nichts , ich war nur auf der Hauptschule. – Und in dem Moment flossen bei uns beiden Tränen. Ein so ehrlicher Moment.

Meine Einladung an dich:

Was glaubst du über dich?
Glaubst du, dass du liebenswert bist?
Versteckst du Eigenschaften an dir?

Schuld und Scham dienen uns – auch wenn sie uns nerven und sich kacke anfühlen. WARUM? Weil sie unsere Zugehörigkeit garantieren. Harmonie wahren. Und uns in der Komfortzone halten. 

To Do´s:

  • Finde heraus, für welche Verhaltensweisen du andere bestrafst. Was wertest du an anderen krass ab? Das sind schon mal genau die Punkte, die du an dir auch ablehnst und für die du dich selbst auch runter machst.
  • Mach dir eine Liste mit den Eigenschaften, die deine Eltern früher an dir getadelt haben. Wo tadelst du dich heute für die selben?
  • Wenn du dich schuldig fühlst, schau dir genau an was wirklich DEIN Part an der Situation ist. 
  • Es ist wie es ist. Wir fühlen uns oft schuldig weil wir der Meinung sind, wenn wir damals anders gehandelt oder reagiert hätten, dann wäre alles anders geworden. Ist es aber nicht. Es ist wie es ist.
  • Schenke dir Liebe. Wenn du dich schuldig fühlst und dich gleichzeitig noch beschimpfst, weil du dich schuldig fühlst, macht es die Selbstablehung, vor allem des Parts der so sehr nach Hilfe ruft, noch schlimmer.
Emotionen

Schuldgefühle und wie sie entstehen

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Anteile

Was bedeutet “Lieber ganz als gut”?

Hast du schon mal jemandem Ja gesagt, deinen Mund gehalten, doch wieder nachgegeben und bist vollkommen über deine Grenzen gegangen, nur um nicht als “schlecht” oder “undankbar” oder “anstrengend” oder oder oder… zu gelten?
Dann weisst du genau von welcher Zerrissenheit ich hier spreche.

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ERKENNST DU DICH HIER?

Du bist nicht alleine damit. Dieses Gefühl innerer Zerrissenheit zieht sich wie ein roter Faden durch eine ganze Generation (und auch darüber hinaus).
Genau darum geht es im Mentoring. Wir finden gemeinsam deine Anteile und holen sie zurück an den Tisch
– damit du dir selbst die Sicherheit geben kannst, das Gefühl von Vollständigkeit, das du im Außen so sehr suchst. 

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